Strukturdaten

Energie

im Landkreis Miesbach

Tourismusentwicklung

Der Landkreis Miesbach steht – wie viele Regionen in Deutschland – vor tiefgreifenden Veränderungen im Bereich Energie. Themen wie Energieinfrastruktur und Versorgungssicherheit, der Ausbau erneuerbarer Energien, energiepolitische Konflikte sowie die übergeordnete Energie- und Klimapolitik prägen zunehmend die öffentliche Debatte und die kommunale Praxis.

Was global verhandelt wird, wirkt sich auch unmittelbar auf den Landkreis Miesbach aus. Für Unternehmen ist Energie ein entscheidender Kostenfaktor und zunehmend ein Standortkriterium, für Kommunen eine Frage der Versorgungssicherheit, Infrastruktur und Zukunftsfähigkeit. Gleichzeitig bleibt Energie im Alltag häufig abstrakt. Ein Blick auf zentrale Kennzahlen und Zusammenhänge hilft dabei, die Entwicklungen besser einzuordnen und die regionale Bedeutung greifbarer zu machen.

Strukturdaten

Energie

im Landkreis Miesbach

Der Landkreis Miesbach steht – wie viele Regionen in Deutschland – vor tiefgreifenden Veränderungen im Bereich Energie. Themen wie Energieinfrastruktur und Versorgungssicherheit, der Ausbau erneuerbarer Energien, energiepolitische Konflikte sowie die übergeordnete Energie- und Klimapolitik prägen zunehmend die öffentliche Debatte und die kommunale Praxis.

Was global verhandelt wird, wirkt sich auch unmittelbar auf den Landkreis Miesbach aus. Für Unternehmen ist Energie ein entscheidender Kostenfaktor und zunehmend ein Standortkriterium, für Kommunen eine Frage der Versorgungssicherheit, Infrastruktur und Zukunftsfähigkeit. Gleichzeitig bleibt Energie im Alltag häufig abstrakt. Ein Blick auf zentrale Kennzahlen und Zusammenhänge hilft dabei, die Entwicklungen besser einzuordnen und die regionale Bedeutung greifbarer zu machen.

Was ist Energie eigentlich?

Das Wort „Energie“ stammt aus dem Griechischen („energeia“) und bedeutet so viel wie „wirkende Kraft“. Physikalisch beschreibt Energie die Fähigkeit, Arbeit zu verrichten oder Wärme, Licht oder Bewegung zu erzeugen. Immer wenn etwas bewegt, erhitzt, beleuchtet oder angetrieben wird, wird Energie benötigt.“

Energie wird über verschiedene Energieträger bereitgestellt: fossile Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle, Kernenergie sowie erneuerbare Quellen wie Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie. Deutschlandweit lag der Primärenergieverbrauch 2023 bei rund 10.700 Petajoule² – also der gesamten eingesetzten Energiemenge von Verkehr über Gebäude bis zur Wirtschaft.

Für den Landkreis Miesbach liegt eine detaillierte Energie- und Treibhausgasbilanz des Landratsamts (Abteilung 12.1 – Mobilität, Klima und ÖPNV – Klimaschutzmanagement und -koordination) vor, die den Verbrauch in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr abbildet und zentrale Energieflüsse transparent macht.

Für die Regionalentwicklung ist Energie vor allem als Kosten-, Infrastruktur- und Standortfaktor relevant. Im Fokus der folgenden Betrachtung stehen daher die Bereiche Strom und Wärme, da sie zentrale Ansatzpunkte für regionale Energieerzeugung und Wertschöpfung bieten. Vor diesem Hintergrund werden ergänzend zur Gesamtbilanz ausgewählte Kennzahlen – etwa zum Stromverbrauch, zur Energieerzeugung und zum verarbeitenden Gewerbe – näher beleuchtet, um Strukturen und Potenziale im Landkreis sichtbar zu machen.

Der Verkehrssektor, der einen wesentlichen Anteil am Gesamtenergieverbrauch ausmacht, wird in dieser Betrachtung nicht vertieft. 

Energieverbrauch im verarbeitenden Gewerbe

Ein zentraler Hebel im regionalen Energiesystem liegt im verarbeitenden Gewerbe. Industrie und produzierende Betriebe zählen zu den größten Energieverbrauchern und prägen die Energiestrukturen eines Landkreises maßgeblich. Im Jahr 2023 lag der Energieverbrauch im Landkreis Miesbach bei 855 Mio. Megajoule (MJ).

Zur Einordnung: 1 Megajoule entspricht etwa der Energiemenge, um 10 Liter Wasser um rund 25 Grad Celsius zu erwärmen – oder eine 10-Watt-LED-Lampe fast 28 Stunden zu betreiben. Multipliziert man das mit Millionen, wird schnell klar, welche Größenordnungen hier zusammenkommen.

Im regionalen Vergleich ist dieser Wert rund siebenmal höher als im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und etwa 1,5-mal höher als im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, während im Landkreis Rosenheim rund 10-mal so viel Energie durch das verarbeitende Gewerbe verbraucht wird. In der Stadt Ludwigshafen am Rhein wird durch die energieintensive Chemieindustrie sogar knapp 200-mal so viel Energie benötigt. Die Zahlen verdeutlichen, wo energieintensive Wertschöpfung stattfindet.

Die Verteilung der Energieträger im Landkreis Miesbach zeigt klare Schwerpunkte: Rund 46,5 % entfallen auf Strom und 44,5 % auf Erdgas, während Heizöl, Wärme und sonstige Energieträger nur eine untergeordnete Rolle spielen. Strom und Gas sind damit die zentralen Energieformen im verarbeitenden Gewerbe.

Stromverbrauch im Landkreis Miesbach

Neben dem Industriebedarf ist der Stromverbrauch insgesamt eine wichtige Kenngröße. Er umfasst Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und Industrie. 2023 lag der Gesamtstromverbrauch im Landkreis Miesbach bei 408.479 Megawattstunden. Allein das verarbeitende Gewerbe benötigt davon rund 110.600 MWh – also etwa 27 % des gesamten Stromverbrauchs. Die übrigen 73 % entfallen auf Haushalte sowie Gewerbe und Dienstleistungen.

Mit einem E-Auto mit 20kWh/100km Verbrauch würde man mit 1 MWh rund 5.000km weit kommen. Rein rechnerisch könnte man mit dem gesamten jährlichen Stromverbrauch des Landkreises über zwei Milliarden Kilometer elektrisch fahren – das entspricht rund 50.000 Erdumrundungen oder rund 7-mal von der Erde zur Sonne und zurück. Solche Vergleiche zeigen, welche Energiemengen im Alltag selbstverständlich genutzt werden.

Neben dem Industriebedarf ist der Stromverbrauch insgesamt eine wichtige Kenngröße. Er umfasst Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und Industrie. 2023 lag der Gesamtstromverbrauch im Landkreis Miesbach bei 408.479 Megawattstunden. Allein das verarbeitende Gewerbe benötigt davon rund 110.600 MWh – also etwa 27 % des gesamten Stromverbrauchs. Die übrigen 73 % entfallen auf Haushalte sowie Gewerbe und Dienstleistungen.

Mit einem E-Auto mit 20kWh/100km Verbrauch würde man mit 1 MWh rund 5.000km weit kommen. Rein rechnerisch könnte man mit dem gesamten jährlichen Stromverbrauch des Landkreises über zwei Milliarden Kilometer elektrisch fahren – das entspricht rund 50.000 Erdumrundungen oder rund 7-mal von der Erde zur Sonne und zurück. Solche Vergleiche zeigen, welche Energiemengen im Alltag selbstverständlich genutzt werden.

Wärmeverbrauch im Landkreis Miesbach

Der größte Energiebedarf im Landkreis entfällt auf den Wärmesektor. Mit rund 1.254.512 MWh liegt der Wärmeverbrauch etwa dreimal so hoch wie der Strombedarf. Ein wesentlicher Hebel liegt im Gebäudebestand: Noch 71,9 % der Heizungen basieren auf fossilen Energieträgern (Gas 36,6 %, Heizöl 35,3 %). Erneuerbare und klimafreundliche Systeme spielen bislang eine untergeordnete Rolle, darunter Holz (14 %), Fernwärme (5,2 %) sowie Wärmepumpen, Solar- und Geothermie (4,6 %).

Die Ursache liegt vor allem im Alter der Gebäude: Rund 53 % stammen aus der Zeit vor 1978 und sind energetisch oft unsaniert. Etwa 26,6 % wurden zwischen 1978 und 2002 errichtet und entsprechen mittleren Effizienzstandards, während rund 20,5 % nach modernen energetischen Vorgaben gebaut wurden. Insgesamt zeigt sich im Gebäudebestand ein erhebliches Potenzial für energetische Sanierung, Effizienzsteigerung und langfristige Kostensenkungen.

Der größte Energiebedarf im Landkreis entfällt auf den Wärmesektor. Mit rund 1.254.512 MWh liegt der Wärmeverbrauch etwa dreimal so hoch wie der Strombedarf. Ein wesentlicher Hebel liegt im Gebäudebestand: Noch 71,9 % der Heizungen basieren auf fossilen Energieträgern (Gas 36,6 %, Heizöl 35,3 %). Erneuerbare und klimafreundliche Systeme spielen bislang eine untergeordnete Rolle, darunter Holz (14 %), Fernwärme (5,2 %) sowie Wärmepumpen, Solar- und Geothermie (4,6 %).

Die Ursache liegt vor allem im Alter der Gebäude: Rund 53 % stammen aus der Zeit vor 1978 und sind energetisch oft unsaniert. Etwa 26,6 % wurden zwischen 1978 und 2002 errichtet und entsprechen mittleren Effizienzstandards, während rund 20,5 % nach modernen energetischen Vorgaben gebaut wurden. Insgesamt zeigt sich im Gebäudebestand ein erhebliches Potenzial für energetische Sanierung, Effizienzsteigerung und langfristige Kostensenkungen.

Energieerzeugung durch erneuerbare Energien

Neben dem Verbrauch wird im Landkreis auch Strom erzeugt – insbesondere aus erneuerbaren Quellen. 2023 wurden 105.387 MWh Strom aus erneuerbaren Energien produziert. Dominierend ist hier Photovoltaik mit 45,5% (47.891 MWh), danach folgen Wasserkraft mit 28,9% (30.492 MWh), Geothermie mit 20,5% (21.524 MWh) und Biomasse mit 5,1% (5.424 MWh). Das Windrad in Otterfing war 2023 noch nicht in Betrieb und ist deswegen in der Statistik nicht berücksichtigt.

Im Landkreis Miesbach liegt die Selbstversorgungsquote bei Strom durch erneuerbare Energien bei 25,8 % – rund ein Viertel des Bedarfs wird also regional und klimafreundlich gedeckt. Im Vergleich zu anderen Landkreisen besteht jedoch Aufholbedarf. In einigen Landkreisen wird sogar deutlich mehr Strom produziert als vor Ort verbraucht wird.

Regionale Stromerzeugung stärkt Versorgungssicherheit, Unabhängigkeit und Wertschöpfung. Gleichzeitig wird deutlich, dass neben Strom auch der Wärmesektor eine zentrale Rolle spielt: Rund 30 % des Wärmebedarfs im Landkreis werden bereits durch erneuerbare Energien gedeckt, vor allem durch Biomasse.

Neben dem Verbrauch wird im Landkreis auch Strom erzeugt – insbesondere aus erneuerbaren Quellen. 2023 wurden 105.387 MWh Strom aus erneuerbaren Energien produziert. Dominierend ist hier Photovoltaik mit 45,5% (47.891 MWh), danach folgen Wasserkraft mit 28,9% (30.492 MWh), Geothermie mit 20,5% (21.524 MWh) und Biomasse mit 5,1% (5.424 MWh). Das Windrad in Otterfing war 2023 noch nicht in Betrieb und ist deswegen in der Statistik nicht berücksichtigt.

Im Landkreis Miesbach liegt die Selbstversorgungsquote bei Strom durch erneuerbare Energien bei 25,8 % – rund ein Viertel des Bedarfs wird also regional und klimafreundlich gedeckt. Im Vergleich zu anderen Landkreisen besteht jedoch Aufholbedarf. In einigen Landkreisen wird sogar deutlich mehr Strom produziert als vor Ort verbraucht wird.

Regionale Stromerzeugung stärkt Versorgungssicherheit, Unabhängigkeit und Wertschöpfung. Gleichzeitig wird deutlich, dass neben Strom auch der Wärmesektor eine zentrale Rolle spielt: Rund 30 % des Wärmebedarfs im Landkreis werden bereits durch erneuerbare Energien gedeckt, vor allem durch Biomasse.

Mit Blick auf die Energiewende ist zu erwarten, dass der Strombedarf weiter steigt, da Bereiche wie Wärme und Mobilität zunehmend elektrifiziert werden. Gleichzeitig kann der Gesamtenergieverbrauch durch effizientere Technologien langfristig sinken.

Was wäre möglich? Szenario zur Strom-Eigenversorgung

Flächenbedarf

Wie viel Fläche wäre nötig, um den Landkreis rechnerisch vollständig mit regionalem Strom zu versorgen? Ein Windrad in Otterfing erzeugt jährlich rund 8.000–9.000 MWh und versorgt etwa 2.600 Haushalte. Rechnerisch wären damit rund 18 Anlagen erforderlich, um den Strombedarf der privaten Haushalte zu decken, und etwa 30 weitere Anlagen für den gesamten Strombedarf. Die dauerhaft beanspruchte Fläche läge bei rund 14 Hektar – weniger als 0,02 % der Landkreisfläche.

Alternativ könnten Solarparks mit einem Flächenbedarf von rund 400 Hektar den Strombedarf vollständig decken, also weniger als 0,5 % der Landkreisfläche.

Diese Beispiele sind rein rechnerisch, zeigen jedoch: Der Flächenbedarf für eine vollständige Versorgung ist vergleichsweise gering. In der Praxis ist ein Mix aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse und Geothermie entscheidend.

Wirtschaftliche Effekte

Erneuerbare Energien haben neben Klimavorteilen auch wirtschaftliche Effekte. Für eingespeisten Strom liegen aktuelle Vergütungen bei etwa 7,35 ct/kWh für Windenergie und 5,23 ct/kWh für Freiflächen-Photovoltaik. Bei einer vollständigen regionalen Stromerzeugung entspräche dies einem jährlichen Wert von rund 30 Mio. Euro (Wind) bzw. 21 Mio. Euro (PV) bezogen auf den heutigen Stromverbrauch im Landkreis.

Diese vereinfachten Szenarien zeigen die Größenordnung: Energieerzeugung ist auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Mehr regionale Anlagen bedeuten zusätzliche Wertschöpfung durch Investitionen, Pachten, Steuern und Arbeitsplätze. Demgegenüber stehen derzeit jährliche Ausgaben von rund 90 Mio. Euro für fossile Energieträger sowie etwa 130 Mio. Euro für Strom, die größtenteils im Ausland wirksam werden.

Energie als Standortfaktor und Chance für den Landkreis

Die Zahlen machen deutlich: Energie ist kein abstraktes Zukunftsthema, sondern bereits heute ein zentraler Standortfaktor für den Landkreis Miesbach. Industrie, Gewerbe und Haushalte verbrauchen erhebliche Energiemengen. Gleichzeitig wird bereits ein Viertel des Strombedarfs regional und erneuerbar erzeugt. Weitere Potenziale liegen vor allem in der Gebäudesanierung, in Effizienzmaßnahmen sowie im Ausbau von Photovoltaik, Wind- und Geothermieanlagen. Mehr regionale Energieerzeugung bedeutet dabei nicht nur Klimaschutz. Sie stärkt auch die Versorgungssicherheit, reduziert Abhängigkeiten von globalen Märkten und schafft zusätzliche Wertschöpfung vor Ort – durch Investitionen, Aufträge, Pachten und Steuereinnahmen. Für Unternehmen und Kommunen eröffnet das konkrete Handlungsspielräume: Energie sparen, effizienter nutzen und lokal erzeugen wird zunehmend zu einem wirtschaftlichen und strategischen Vorteil. Die Energiewende findet damit nicht nur auf Bundes- oder EU-Ebene statt – sie beginnt direkt vor Ort im Landkreis Miesbach.

Quellen: (1) Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie 2023 – Energieatlas; (2) Statistischen Bundesamt 2022 – Zensus 2022; (3) eigene Berechnung; (4) Landratsamt Miesbach, FB 12
Herausgeber: Regionalentwicklung Oberland KU, Rathausplatz 2, 83714 Miesbach, info@regionalentwicklung-oberland.de; Stand: 01/2026