Standortentwicklung.
Region setzt Impulse für die Versorgung von morgen
22.05.2026
- Pflegefachtag „Pflege.Zukunft.Oberland.“ zeigt wachsenden Handlungsdruck und neue Lösungsansätze
- Regionaler Pflegefachtag bringt Entscheider, Praxis und Wissenschaft zusammen
Pflege ist längst mehr als eine soziale Aufgabe – sie wird zum entscheidenden Standortfaktor für die Zukunft des Oberlands. Beim regionalen Pflegefachtag „Pflege.Zukunft.Oberland.“ kamen im Bosch Collaboration Campus in Holzkirchen Vertreterinnen und Vertreter aus Pflege, Medizin, Wissenschaft, Sozialwirtschaft und Politik zusammen, um gemeinsam Antworten auf eine der drängendsten Fragen der Region zu entwickeln: Wie kann gute Pflege im ländlichen Raum auch in Zukunft gesichert werden?
Mehr Pflegebedürftige, weniger Fachkräfte, steigender Druck auf Angehörige: Beim regionalen Pflegefachtag „Pflege.Zukunft.Oberland.“ der REO und der TH Rosenheim wurde deutlich, dass die Pflegeversorgung im Oberland vor Veränderungen steht und dass es damit neue regionale Antworten braucht. Vertreterinnen und Vertreter aus Pflege, Medizin, Wissenschaft, Sozialwirtschaft sowie der Kommunalpolitik diskutierten nicht nur über die Herausforderungen der kommenden Jahre, sondern vor allem über konkrete Lösungsansätze für den ländlichen Raum.
Gleich zu Beginn machte Jens Zangenfeind, als neuer Landrat des Landkreis Miesbach deutlich, wie stark die Entwicklungen bereits heute spürbar sind: „Gesund alt werden zu können, wünschen wir uns alle. Gleichzeitig stehen viele Familien vor der Herausforderung, Pflege und Beruf miteinander zu vereinbaren. Deshalb müssen wir Pflege als Gemeinschaftsaufgabe verstehen – der Mensch muss dabei immer im Mittelpunkt stehen.“
Impulse aus Wissenschaft und Praxis zeigten dabei konkrete Ansätze auf: von präventiver Angehörigenberatung über Community Nursing und Quartiersmanagement bis hin zu digitalen Assistenzsystemen und neuen Formen der häuslichen Versorgung. Expertinnen und Experten der TH Rosenheim stellten aktuelle Forschungsprojekte vor, die pflegende Angehörige frühzeitig unterstützen und Versorgungskrisen vorbeugen sollen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass technische Innovationen nur dann erfolgreich sind, wenn sie die menschliche Betreuung sinnvoll ergänzen.
Auch die Bedeutung besserer Vernetzung zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung. Pflege, medizinische Versorgung, Ehrenamt, Kommunen und soziale Einrichtungen müssten künftig noch enger zusammenarbeiten, um tragfähige regionale Versorgungsstrukturen aufzubauen. Diese Einschätzung teilten auch die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion. Von kommunaler Sozialarbeit über stationäre und ambulante Pflege bis hin zur medizinischen Versorgung und pharmazeutischen Beratung waren mit Astrid Achterberg, LRA Miesbach (Fachstelle Soziales & Senioren), Florian Rausch, Kreisgeschäftsführer der Caritas Miesbach, Christina Kießling, Pflegedirektorin, kbo-Lech-Mangfall Kliniken gGmbH, Birgitta Seemüller, Apothekenleiterin Seemüller Apotheken und Dr. Peter Wellner, Chefarzt für Innere Medizin & Geriatrie am Krankenhaus Agatharied, zentrale Akteure aus ganz unterschiedlichen Bereichen vertreten.
Dass das Oberland ein idealer Standort für Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft und Pflege ist, zeigte das Unternehmen neuroneum, das seit März mit einem hochmodernen Neurorehabilitationsangebot in Holzkirchen vertreten ist. Geschäftsführerin Dr. Claudia Müller-Eising betonte in Ihrem Impuls vor allem die außergewöhnlich offene Aufnahme des Unternehmens in Holzkirchen. So etwas habe sie in 16 Jahren nicht erlebt.
Der Pflegesektor ist somit längst nicht mehr nur ein sozialpolitisches Thema, sondern wird zunehmend auch zum Standort- und Wirtschaftsfaktor. Versorgungssicherheit, funktionierende Unterstützungsstrukturen und verlässliche Hilfsangebote sind entscheidend dafür, wie lebenswert das Oberland künftig bleibt.
Vor diesem Hintergrund unterstrich REO-Vorstand Alexander Schmid die strategische Bedeutung des Themas: „Pflege ist ein zentraler Zukunfts- und Wirtschaftsstandortfaktor für den Landkreis Miesbach. Die Vielfalt der Perspektiven hat gezeigt, wie viel Potenzial an den Schnittstellen entsteht. Genau hier sehen wir unsere Aufgabe als REO: Menschen zusammenzubringen, damit Neues entstehen kann. Der Pflegefachtag war kein Schlusspunkt, sondern der Auftakt für eine langfristige Initiative.“
Kontakt
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helena.graf@regionalentwicklung-oberland.de
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83714 Miesbach
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