Ausbildung & Bildung.
Vom Klassenzimmer in die Arbeitswelt
15.06.2026
- Realschüler entdecken ihre berufliche Zukunft direkt in den Betrieben
- REO startet Pilotprojekt zur Berufsorientierung mit der Realschule Tegernseer Tal
Die Arbeitswelt erlebt man am besten direkt vor Ort. Mit dem Wahlfach „Berufliche Orientierung“ bringt die Regionalentwicklung Oberland (REO) Schülerinnen und Schüler in regionale Betriebe und ermöglicht ihnen praxisnahe Einblicke in Berufe, Ausbildungswege und Unternehmen. Die Realschule Tegernseer Tal hat das neue Angebot als erste Pilotschule im Landkreis Miesbach erfolgreich umgesetzt.
Wie entsteht eigentlich Bier? Was passiert im Operationssaal eines Krankenhauses? Und welche Aufgaben übernehmen Industriemechaniker oder Fachkräfte für Lagerlogistik im Arbeitsalltag? Antworten auf diese Fragen bekamen Schülerinnen und Schüler der Realschule Tegernseer Tal direkt vor Ort in den Unternehmen aus der Region.
Als Pilotschule im Landkreis Miesbach bietet die Realschule Tegernseer Tal gemeinsam mit der Regionalentwicklung Oberland (REO) das Wahlfach „Berufliche Orientierung“ an. Ziel des Projekts ist es, Jugendlichen frühzeitig praxisnahe Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt zu ermöglichen und ihnen die Vielfalt regionaler Ausbildungswege aufzuzeigen.
In der ersten Jahreshälfte besuchten die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen insgesamt sechs Unternehmen und Einrichtungen aus der Region: Hoppebräu in Waakirchen, die Schreinerei Schreyer in Gmund, das Krankenhaus Agatharied, die OPED GmbH in Valley, Telair in Miesbach sowie Gut Kaltenbrunn in Gmund. Dabei lernten sie unterschiedliche Berufsbilder kennen – vom Brauer und Mälzer über Gesundheitsberufe und Handwerk bis hin zu technischen und gastronomischen Ausbildungswegen.
„Je mehr praxisnahe Einblicke Jugendliche in Berufsfelder und Betriebe erhalten, desto größer ist die Chance, dass sie eine Berufswahl treffen, die wirklich zu ihnen passt“, erklärt Johann Holzinger, Projektverantwortlicher bei der REO. „Bei einem Betriebsbesuch lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur Berufe kennen, sondern auch die Menschen dahinter. Sie bekommen ein Gefühl dafür, ob sie sich in diesem Umfeld wohlfühlen und sich dort eine berufliche Zukunft vorstellen können.“
Genau dieser persönliche Kontakt ist ein zentraler Baustein des Projekts. Hemmschwellen gegenüber Unternehmen werden abgebaut und der erste Schritt zu einem Praktikum, Ferienjob oder einer späteren Ausbildung deutlich erleichtert.
Angela Stangl, Lehrkraft an der Realschule Tegernseer Tal, zieht eine positive Bilanz: „Gemeinsam mit der REO ermöglichen wir den Schülerinnen und Schülern praxisnahe Einblicke in insgesamt sechs unterschiedliche Betriebe. Die Jugendlichen lernen eine breite Vielfalt an Branchen kennen – von Gastronomie und Lebensmittelhandwerk über das Gesundheitswesen bis hin zu handwerklichen Betrieben und Industrie. Sie nehmen mit großem Interesse und viel Freude an den Betriebserkundungen teil und erhalten dabei wertvolle, authentische Einblicke in die berufliche Praxis.“
Auch bei den Jugendlichen kommen die Praxiserfahrungen gut an. „Bei Hoppebräu hat es mir gut gefallen, da es sehr informativ war. Uns wurde erklärt, wie das Bier entsteht und wo es überall hin geliefert wird“, berichtet Andreas, Schüler aus der Klasse 8a. Schülerin Elisabeth aus der Klasse 8d erinnert sich besonders gerne an den Besuch der Schreinerei Schreyer: „Ich fand die Betriebserkundung super, es war genau richtig gestaltet und organisiert. Auch die selbst gestalteten Anhänger und der Handyhalter aus Holz waren tolle Mitbringsel.“
Für Schulleiter Tobias Schreiner sind die Betriebserkundungen ein wichtiger Bestandteil moderner Berufsorientierung: „Die Praxis-Pfade sind für uns ein echtes Highlight. Unsere Schülerinnen und Schüler erleben Wirtschaft unmittelbar, gewinnen authentische Einblicke in ganz unterschiedliche Berufsfelder und entwickeln dabei oft erstmals eine klare Vorstellung von ihrem eigenen Weg. Die Begeisterung und die durchweg positiven Rückmeldungen zeigen uns sehr deutlich, wie wertvoll diese Erfahrungen sind.“
Die REO übernimmt im Rahmen des Projekts die Auswahl und Ansprache der Betriebe, koordiniert die Termine und trägt die anfallenden Buskosten. Die Schule stellt die organisatorischen Rahmenbedingungen sicher und begleiten die Jugendlichen bei den Betriebserkundungen. Ergänzend werden Unterrichtseinheiten zu Themen der Berufsorientierung durchgeführt.
Nach dem erfolgreichen Start des Pilotprojekts möchte die REO das Angebot nun auch weiteren Schulen im Landkreis zugänglich machen. Schulen, die Interesse an der Einführung eines Wahlfachs „Berufliche Orientierung“ haben, können sich direkt an die REO wenden.
Kontakt
Johann Holzinger
Regionalmanager Bildung
+49 (0) 8025 – 99372-24
johann.holzinger@regionalentwicklung-oberland.de
Pressekontakt
Ilona Kaffl
Kommunikation | Medien und Öffentlichkeitsarbeit
+49 (0) 8025 99372-61
ilona.kaffl@regionalentwicklung-oberland.de
Anschrift
Regionalentwicklung Oberland KU
Rathausplatz 2
83714 Miesbach
www.regionalentwicklung-oberland.de
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