Standortentwicklung.
REO präsentiert Ergebnisse der Unternehmensbefragung
06.02.2026
- Mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen berichten über Probleme bei der Personalgewinnung aufgrund fehlenden Wohnraums
- Konkreter Bedarf an zusätzlichen Mitarbeiterwohnungen im gesamten Landkreis Miesbach
- REO startet Vernetzung und entwickelt gemeinsam mit Unternehmen und Kommunen Lösungsansätze
Die Regionalentwicklung Oberland (REO) hat erstmals umfassend den Bedarf an Mitarbeiterwohnungen im Landkreis Miesbach erhoben. Die Ergebnisse der Unternehmensbefragung zeigen, dass fehlender Wohnraum für viele Betriebe inzwischen zu einem der größten Hindernisse bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften geworden ist. Um gemeinsam mit Unternehmen, Kommunen und weiteren Partnern konkrete Lösungsansätze zu entwickeln liefert die Auswertung eine wichtige Grundlage.
Der Landkreis Miesbach gehört weiterhin zu den wirtschaftsstarken Regionen im Oberland. Unternehmen sind innovativ, vielfach gut ausgelastet und sichern hohe Pro-Kopf-Gewerbesteuereinnahmen. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 4,2 Milliarden Euro zählt der Landkreis zudem zu den gründungsstärksten Regionen Deutschlands und belegt im bundesweiten NUI-Ranking Platz vier. Gleichzeitig stößt die Region aber zunehmend an räumliche Grenzen. Wohnbauflächen machen lediglich rund 2,5 Prozent der Gesamtfläche des Landkreises aus und liegen damit unter dem Niveau benachbarter Landkreise. Studien zeigen, dass fehlender Wohnraum ein entscheidender Standortfaktor ist und den Fachkräftemangel deutlich verschärfen kann.
Vor diesem Hintergrund hat die REO Ende 2025 eine Unternehmensbefragung zum Thema Fachkräftewohnen durchgeführt. Ziel war es, neben einem Stimmungsbild vor allem den konkreten Bedarf an Wohnraum für Beschäftigte zu erheben und daraus praxisnahe Maßnahmen abzuleiten.
„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass das Thema Wohnen für Fachkräfte inzwischen zu einer zentralen Zukunftsfrage für unseren Wirtschaftsstandort geworden ist. Noch ist der Landkreis Miesbach wirtschaftlich hervorragend aufgestellt – damit das so bleibt, müssen wir jetzt gemeinsam Lösungen entwickeln“, erklärt Alexander Schmid, Vorstandsvorsitzender der REO.
Deutliche Mehrheit der Unternehmen betroffen
Insgesamt nahmen 91 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen an der Befragung teil. Besonders vertreten waren Unternehmen aus den Bereichen Gastronomie und Hotellerie, Pflege, ärztliche Versorgung, Medizin- und Gesundheitswirtschaft sowie das Handwerk – Branchen, die bereits aus anderen Studien als besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen bekannt sind.
74 der 91 teilnehmenden Unternehmen – und damit mehr als 80 Prozent – gaben an, mindestens gelegentlich Probleme bei der Personalgewinnung aufgrund fehlenden Wohnraums zu haben. Gleichzeitig erwarten 63 von 76 antwortenden Unternehmen in den kommenden drei Jahren einen konkreten zusätzlichen Bedarf an Wohnraum für Mitarbeitende. 29 von 54 Unternehmen bewerten diesen Bedarf als dringend oder sehr dringend, weitere 18 Unternehmen sehen zumindest teilweise dringenden Handlungsbedarf.
Der Wohnraumbedarf betrifft dabei alle Beschäftigungsformen, liegt jedoch eindeutig im Bereich langfristiger Beschäftigungsverhältnisse und insbesondere bei qualifizierten Fachkräften. Damit wird deutlich, dass das Thema Mitarbeiterwohnen unmittelbar mit der langfristigen Standortbindung von Unternehmen verbunden ist.
Unternehmen sind bereits aktiv – Bedarf bleibt hoch
Viele Unternehmen engagieren sich bereits aktiv beim Thema Mitarbeiterwohnen. 39 von 83 antwortenden Betrieben verfügen bereits über eigene Wohnangebote für Mitarbeitende. Insgesamt stellen die befragten Unternehmen mehr als 450 Mitarbeiterwohnungen im Landkreis zur Verfügung.
Trotz dieses Engagements zeigt die Befragung einen zusätzlichen Gesamtbedarf von rund 150 bis 180 Wohnungen im Landkreis Miesbach. Der Bedarf verteilt sich dabei auf mehrere Teilräume und betrifft nicht ausschließlich touristische Hotspots, sondern den gesamten Landkreis.
- Raum Holzkirchen: etwa 45 bis 55 zusätzliche Wohnungen mit hoher Dringlichkeit
- Schlierach-Leitzach-Tal: etwa 40 bis 50 Wohnungen mit mittlerer Dringlichkeit
- Tegernseer Tal: etwa 70 bis 80 Wohnungen mit hoher Dringlichkeit
Kooperation als Schlüssel zur Lösung
Neben dem quantitativen Bedarf zeigt die Befragung auch klare Erwartungen der Unternehmen an mögliche Lösungswege. Mehr als die Hälfte der Betriebe wünscht sich stärkere Kooperationen und Netzwerke, rund 40 Prozent sehen Bedarf an Best-Practice-Austausch. Jeweils etwa ein Drittel der Unternehmen nennt Unterstützungsbedarf bei Finanzierung, Fördermöglichkeiten sowie Relocation-Angeboten für neue Mitarbeitende.
Als wichtigste Rahmenbedingungen für neue Mitarbeiterwohnungen nennen die Unternehmen die Nähe zum Arbeitsplatz sowie eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.
REO startet nächste Schritte und lädt zur Mitwirkung ein
Die REO wird nun gemeinsam mit Unternehmen, Kommunen, Investoren und weiteren Akteuren konkrete Lösungsansätze entwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei die Vernetzung der Beteiligten sowie die Initiierung kooperativer Projekte.
„Viele Lösungen entstehen regional im Zusammenspiel von Kommunen, Unternehmen und weiteren Partnern. Genau hier sehen wir unsere Aufgabe: Wir bringen die Akteure zusammen, schaffen Austauschformate und unterstützen bei der Entwicklung konkreter Projekte“, so Schmid.
Ein zentrales Austauschformat wird künftig die erstmals im Juni stattfindende Regionalentwicklungskonferenz „REOnale“ sein. Die Veranstaltung wird sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Fachkräfte beschäftigen und insbesondere den Bereich Wohnraum in den Fokus stellen. Ziel ist es, alle relevanten Akteure zusammenzubringen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam tragfähige Lösungsansätze für den Landkreis Miesbach zu entwickeln.
Unternehmen und Kommunen, die sich aktiv beteiligen möchten oder Interesse an einer Zusammenarbeit haben, können sich jederzeit an die REO wenden. Die Ergebnisse der Befragung können unter https://www.regionalentwicklung-oberland.de/strukturdaten-wohnen/ heruntergeladen werden.
Kontakt
Laura Alt
Projektmanagerin
+49 (0) 80 25 – 993 72 29
laura.alt@regionalentwicklung-oberland.de
Pressekontakt
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+49 (0) 8025 99372-61
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