Innovation.
Wer übernimmt? Nachfolge im Fokus
09.07.2025
- Veranstaltung des UVM Unternehmerverband Landkreis Miesbach und der REO mit ServusZUKUNFT gibt Impulse für den Generationenwechsel
- Ein spannender Nachmittag mit praxisnahen Einblicken aus Beratung und Unternehmertum sowie vier Unternehmergeschichten aus der Region
Wer übernimmt, wenn die Unternehmer der Babyboomer-Generation in Rente gehen? Diese zentrale Zukunftsfrage bewegte am Dienstag mehr als 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Oberland in den Marstaller Werkstätten in Warngau. Die Veranstaltung „Generationenwechsel in der Wirtschaft“ bot nicht nur wissenschaftliche Einblicke, sondern auch offene Erfahrungsberichte aus erster Hand – und machte eines deutlich: Die Zeit zu handeln ist jetzt.
In Bayern stehen bis 2026 über 140.000 von rund 550.000 Familienunternehmen vor einer Übergabe – bis 2030 sogar 240.000. Mit diesen Zahlen eröffnete Christine Stanek (OPED GmbH), Vorstandsmitglied des UVM Unternehmerverbands Landkreis Miesbach, die Impulsveranstaltung in den Marstaller Werkstätten in Warngau. „Da können wir als Unternehmerverband und auch die Regionalentwicklung nicht wegschauen.“, betonte Stanek. Gemeinsam mit ServusZUKUNFT, einer Initiative der Regionalentwicklung Oberland (REO) und dem Wirtschaftsforum Oberland, sowie der IHK wurde daher diese Veranstaltung ins Leben gerufen. Auch Korbinian Läuger, Gastgeber und selbst mitten im eigenen Übergabeprozess des Familienunternehmens, begrüßte die Gäste. Er steht wie viele andere Unternehmer aktuell vor der Herausforderung, Bewährtes zu übergeben und gleichzeitig Neues zuzulassen.
Einen tieferen Blick auf die aktuellen Zahlen in Deutschland und im europäischen Vergleich gab Prof. Dr. Axel Börsch-Supan, einem der führenden Demografie-Experten Europas, in seinem Vortrag. Die demografische Entwicklung sei keineswegs das zentrale Problem für den Arbeitsmarkt. Bayern verfüge auch in Zukunft über ausreichend Erwerbspotenzial. Die entscheidende Herausforderung bestehe vielmehr darin, dieses Potenzial besser zu nutzen. Börsch-Supan zeigte auf, wie der Arbeitskräftemangel vor allem durch fehlende Anpassungen im System verstärkt werde. Migration habe die niedrige Geburtenrate bislang weitgehend ausgeglichen. Jetzt gelte es, neue Wege zu gehen: etwa durch ein flexibleres Renteneintrittsalter sowie durch gezielte Investitionen in Bildung, Qualifikation und Innovation.
Im anschließenden Expertengespräch diskutierten Oliver Nerz (IHK), Marc Neubauer (HWK) und Leopold v. Schlenk-Barnsdorf (FamilienUnternehmerTUM) die zentralen Herausforderungen der Nachfolgeplanung. „Eine erfolgreiche Nachfolge beginnt früh. Idealerweise sollte man sich mindestens drei bis zehn Jahre vor dem geplanten Übergabezeitpunkt schon damit beschäftigen und in Beratung gehen“, betonte Nerz. Während IHK und HWK oft die übergebenden Unternehmer beraten, hat sich die FamilienUnternehmerTUM auf junge Unternehmer und potenzielle Nachfolger spezialisiert. Die Initiative unterstützt mit erprobten Methoden und Techniken sowie langjähriger Erfahrung. Weitere Plattformen wie „nexxt-change“ können außerdem helfen, passende Nachfolgelösungen auch jenseits der Familie zu finden. Klare Antworten gab es auch auf die Frage, warum Nachfolgeprozesse scheitern. In familieninternen Übergaben ist es oft die späte Einbindung der nächsten Generation – extern scheitert es meist am Preis. Entscheidend sei, so waren sich die Panelgäste einig, eine frühzeitige, realistische und wertschätzende Kommunikation zwischen Übergebern und potenziellen Nachfolgern.
Zum Abschluss bot das zweite Panel einen persönlichen Einblick in die Praxis. Fünf Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region erzählten offen von ihrem ganz eigenen Weg im Übergabeprozess. Hans und Dionys Rieder, Vater und Sohn, gaben Einblicke in das Zusammenspiel von generationsübergreifender Verantwortung. Susanne Moosreiner (SEP GmbH), Alexandra Keil (Trachten Greif) und Korbinian Läuger (Marstaller Werkstätten) berichteten von deren Herausforderungen und Erkenntnissen in ihrem Nachfolgeprozess. Ihre Erfahrungen zeigten: Übergaben brauchen Geduld, Offenheit und gegenseitigen Respekt. Schnell alles ändern zu wollen sei ebenso wenig zielführend wie festhalten um jeden Preis. Außerdem kann auch eine neutrale dritte Person, die den Prozess begleitet, sinnvoll sein.
Die Diskussionen, konkreten Einblicke und der interdisziplinäre Austausch zeigten deutlich: Jetzt ist der Moment zu handeln. Wer ins Tun kommen möchte, für den gibt es schon bald die Gelegenheit: Am 30. Juli 2025 folgt eine vertiefende Masterclass rund um das Thema Unternehmensnachfolge. Im Mittelpunkt stehen praxiserprobte Strategien, innovative Tools und konkrete Fallbeispiele. Referent Leopold von Schlenk-Barnsdorf begleitet die Teilnehmenden durch einen intensiven und praxisorientierten Arbeitsprozess. Zum Einsatz kommen unter anderem das Business Model Transformation Framework sowie der Startup Collaboration Canvas – Methoden, mit denen neue Ideen im Kontext von Nachfolge und Innovation strukturiert entwickelt und bewertet werden können.
Alle Infos und Anmeldung unter: https://www.unternehmerverband-miesbach.de/appointments/wandel-wagen-zukunft-gestalten-erfolgreiches-change-management-fuer-unternehmensnachfolger/.
Kontakt
Patricia Karling
Projektmanagerin Innovation | ServusZUKUNFT
+49 (0) 80 25 – 993 72 18
patricia.karling@regionalentwicklung-oberland.de
Pressekontakt
Ilona Kaffl
Kommunikation | Medien und Öffentlichkeitsarbeit
+49 (0) 8025 99372-61
ilona.kaffl@regionalentwicklung-oberland.de
Regionalentwicklung Oberland KU
Rathausplatz 2
83714 Miesbach
www.regionalentwicklung-oberland.de
ALLEZ VAMOS AUFGEHT’S – Gemeinsam in die Pedale treten beim STADTRADELN 2026
Apr. 15, 2026 Allgemein
Der Landkreis Miesbach ist auch in diesem Jahr wieder beim STADTRADELN dabei! Vom 2. bis 22. Mai sind Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Vereine u...
Session 1 | Ideenwerkstatt: Regionales Wohnraum-Matching: Die Plattform „Guad Beinand“
Apr. 15, 2026 REONALE
Der Fördermittelmarkt bietet spannende neue Möglichkeiten für Unternehmen, die sich im Bereich Digitalisierung und Nachhaltigkeit weiterentwicke...
Session 2 | Prozess-Update: Fachkräfte und Azubis aus dem Ausland gewinnen und halten
Apr. 15, 2026 REONALE
Der Fördermittelmarkt bietet spannende neue Möglichkeiten für Unternehmen, die sich im Bereich Digitalisierung und Nachhaltigkeit weiterentwicke...
Session 3 | Workshop: Gemeinden als Möglichmacher – Entwicklung aktiv gestalten
Apr. 15, 2026 REONALE
Der Fördermittelmarkt bietet spannende neue Möglichkeiten für Unternehmen, die sich im Bereich Digitalisierung und Nachhaltigkeit weiterentwicke...
Wohnen statt Leerstand: Bund startet Förderprogramm
Apr. 9, 2026 Fördermittel, Neues aus dem Förderdschungel, Standortentwicklung
Mit dem neuen Bundesförderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ setzt der Bund ein wichtiges Signal für die Entwicklung von Bestandsimmobilien und die...
Ausbildungstour 2026: Über 690 Jugendliche erleben Berufswelt hautnah
März 26, 2026 Ausbildung und Bildung
Rund 700 Schülerinnen und Schüler nutzten am 26. März 2026 wieder die Gelegenheit, hinter die Kulissen regionaler Unternehmen zu schauen. Bei de...
Öko-Projekte mit 24.000 € gefördert
März 23, 2026 Regionale Wertschöpfung.
Acht Kleinprojekte des Verfügungsrahmens Ökoprojekte 2025 wurden erfolgreich umgesetzt und mit 24.000 Euro gefördert. Durch die Förderung werde...
„Ein bunter Strauß an tollen Ideen“
März 12, 2026 Fördermittel, LEADER
Im Rahmen der 9. Sitzung des Entscheidungsgremiums der LAG Kreisentwicklung Miesbacher Land e.V. wurden am 02. März 2026 im Heimatmuseum Schlierse...
Generative KI praxisnah erleben
Feb. 19, 2026 Innovation, Medical Cluster, Standortentwicklung
Wie gelingt Unternehmen der Einstieg in die Nutzung von Künstlicher Intelligenz? Antworten darauf liefert eine praxisorientierte Veranstaltung der...
2025 erstmals mehr als 800.000 Gäste
Feb. 18, 2026 Freizeit und Erholung, Tourismusentwicklung
Der Tourismus bleibt eine der zentralen wirtschaftlichen Säulen im Landkreis Miesbach. Trotz der aktuell überlagernden wirtschaftlichen und geopo...










