Tourismusentwicklung.
Tourismus in der Alpenregion Tegernsee Schliersee – 2025 erstmals mehr als 800.000 Gäste
18.02.2026
- REO veröffentlicht Tourismus-Jahresstatistik 2025
- Erstmals über 800.000 Gäste in einem Jahr
- 2,62 Millionen Übernachtungen bedeuten neuen Höchstwert
- Zuwächse insbesondere in Fischbachau und Gmund sorgen für breitere Verteilung
Der Tourismus bleibt eine der zentralen wirtschaftlichen Säulen im Landkreis Miesbach. Trotz der aktuell überlagernden wirtschaftlichen und geopolitischen Krisen zeigt sich das Gastgewerbe stabil, wie die aktuelle Tourismusstatistik 2025 der Regionalentwicklung Oberland (REO) belegt. Erstmals wurde die Marke von 800.000 Gästeankünften überschritten, auch bei den Übernachtungen wurde mit 2,62 Millionen ein neuer Rekord erzielt. Positiv ist insbesondere, dass die Zuwächse vor allem auf Fischbachau und Gmund entfallen und damit zu einer breiteren Verteilung der Gäste beitragen.
Im vergangenen Jahr wurden 805.163 Gästeankünfte verzeichnet – ein Anstieg von 1,7 % gegenüber 2024. Der bisherige Spitzenwert aus dem Vorjahr (786.485 Ankünfte) wurde damit nochmals übertroffen. Auch die Übernachtungen stiegen auf 2.620.889 (+1,4 %) und überschritten den bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2018 um rund 15.000 Übernachtungen. Der langfristige Vergleich unterstreicht die positive Entwicklung: In den vergangenen zehn Jahren erhöhten sich die Gästeankünfte um 11,2 %, die Übernachtungen um 4,9 %.
Innerhalb des Landkreises zählte Schliersee mit 171.995 Gästen erneut die meisten Ankünfte, während bei den Übernachtungen Bad Wiessee mit 570.438 Übernachtungen führend blieb. Besonders erfreulich ist die Entwicklung in Fischbachau und Gmund: Fischbachau konnte rund 7.000 zusätzliche Gäste begrüßen (+20,2 %), Gmund rund 5.800 (+17,0 %). In Rottach-Egern, Schliersee, Tegernsee sowie in den nördlichen Landkreisgemeinden wurden hingegen leicht rückläufige Gästezahlen erfasst.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Übernachtungen: Fischbachau (+17.500 Übernachtungen, +16,2 %) und Gmund (+12.500, +14,5 %) tragen maßgeblich zum Wachstum bei. In Schliersee wurden dagegen rund 8.000 Übernachtungen weniger (-1,5 %) gezählt. Insgesamt ist diese Entwicklung positiv zu bewerten. Die Zuwächse in den bislang kleineren touristischen Orten tragen zur Entlastung stark frequentierter Bereiche bei. Dass es sich hierbei nicht um eine kurzfristige Entwicklung handelt, zeigt der langfristige Trend: Seit 2015 verzeichnet Gmund einen Zuwachs von 104,6 % bei den Ankünften und 76,2 % bei den Übernachtungen. Auch Fischbachau weist mit +39,1 % bei den Ankünften und +19,8 % bei den Übernachtungen hohe Steigerungsraten auf.
Gäste in der Alpenregion Tegernsee Schliersee werden jünger und internationaler
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag 2025 unverändert zum Vorjahr bei 3,26 Tagen. Deutsche Gäste bleiben mit 92,6 % die mit Abstand wichtigste Zielgruppe. Entgegen dem bayerischen Trend ist jedoch der Anteil von internationalen Gästen 2025 um 1,6 Prozentpunkte auf 7,4 % gestiegen. Österreich (17,3 %) und die Schweiz (12,0 %) bleiben die bedeutendsten Auslandsmärkte, weisen aber leichte Anteilsverluste (Österreich -0,7 Prozentpunkte; Schweiz -1,4 Prozentpunkte) auf. Weiter an Bedeutung gewinnen Gäste aus den USA (10,9 %), die um 0,7 Prozentpunkte zunehmen. Die Niederlande (8,6 %) und Großbritannien (6,7 %) komplettieren die Top 5, Indien rückt in die Top 10 vor und verdrängt die Vereinigten Arabischen Emirate.
Die größte Altersgruppe bleiben die 51- bis 60-Jährigen mit einem Anteil von 29,7 %. Gleichzeitig setzt sich der Trend zu jüngeren Gästen fort: Der Anteil der 13- bis 18-Jährigen stieg um 1,2 Prozentpunkte, jener der 19- bis 35-Jährigen um 0,2 Prozentpunkte.
Wenig Veränderung in der Unterkunftsstruktur
In der Region standen im Jahr 2025 insgesamt 17.575 Gästebetten zur Verfügung – ein leichter Rückgang um 21 Betten gegenüber dem Vorjahr. Die meisten Schlafmöglichkeiten gab es in Schliersee (4.580 Betten), gefolgt von Bad Wiessee (3.433 Betten) und Rottach-Egern (2.705 Betten). Hotels stellten mit 33,8 % den größten Anteil des Bettenangebots, gefolgt von Ferienhäusern und -wohnungen (28,6 %) sowie Pensionen und Gasthöfen (13,0 %). Während sich das Bettenangebot insgesamt nur geringfügig veränderte, verschiebt sich die Nachfrage weiter zugunsten von Hotels (+25.000 Übernachtungen, Anteil 39,2 %) sowie Ferienwohnungen und -häusern (+20.000 Übernachtungen, Anteil 19,3 %). Gruppenunterkünfte (-7.000 Übernachtungen), Pensionen und Gasthöfe sowie Bauernhöfe (je -6.500 Übernachtungen) verlieren dagegen weiter an Boden.
Langfristig zeigen sich deutliche örtliche Unterschiede in der Entwicklung des Bettenangebotes: Während Gmund (+43,4 %), Bayrischzell (+25,2 %) und Tegernsee (+24,4 %) seit 2018 einen starken Zuwachs an Betten verzeichneten, gingen die Kapazitäten in Fischbachau (-12,0 %) Bad Wiessee (-9,9 %), und Kreuth (-4,3 %) zurück.
Vergleich mit anderen bayerischen Alpenregionen
Vergleicht man den Landkreis Miesbach mit den umliegenden Regionen, liegt er bei den Ankünften hinter Traunstein mit 828.871 und dem Berchtesgadener Land mit 798.179, aber vor Bad Tölz-Wolfratshausen mit 416.670 Ankünften. Ein beträchtlicher Abstand besteht zu den touristischen Spitzenregionen Bayerns, insbesondere zum Landkreis Oberallgäu, der mit 1.770.174 Ankünften deutlich vorn liegt. Auch bei den Übernachtungen zeigt sich ein ähnliches Bild: Während das Berchtesgadener Land 2.945.514 Übernachtungen verzeichnete, liegt das Oberallgäu mit 6.429.207 weit vorne. Der Trend in diesen Regionen zeigt weiterhin starkes Wachstum, etwa im Ostallgäu, wo die Übernachtungen seit 2015 um 36,1 % gestiegen sind. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Landkreis Garmisch-Partenkirchen am stärksten zulegen (+5,0 % Ankünfte und +4,6 % Übernachtungen).
(Hinweis: Zur Vergleichbarkeit werden nur gewerbliche Betriebe mit mehr als zehn Betten berücksichtigt. Landkreis Miesbach hier 761.924 Ankünfte und 2.310.151 Übernachtungen.)
Tourismus bleibt zentraler Wirtschaftsfaktor
Trotz wirtschaftlicher Krisen konnte der Tourismus bayernweit erneut ein Rekordjahr verzeichnen. Gleiches gilt auch für den Landkreis Miesbach, wo erstmalig mehr als 800.000 Gäste begrüßt werden konnten und mit 2,62 Millionen Übernachtungen ein neuer Spitzenwert erreicht wurde. Die wirtschaftliche Bedeutung ist erheblich: Laut einer aktuellen Studie der dwif GmbH beläuft sich der touristische Gesamtbruttoumsatz in der Alpenregion Tegernsee Schliersee auf 564,8 Mio. Euro. Neben Beherbergungsbetrieben profitieren insbesondere Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistungsbetriebe. „Der Tourismus sichert Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region. Nichtsdestotrotz stehen die Betriebe vor der Herausforderung, steigende Kosten mit wirtschaftlichem Erfolg in Einklang zu bringen“, erläutert Harald Gmeiner, Vorstand Tourismus der REO.
Trotz aller Rekordzahlen bleibt die Lebensqualität ein zentraler Maßstab. „Viele Angebote gäbe es ohne den Tourismus in der Region nicht. Weiter steigende Übernachtungszahlen erfordern jedoch ein konsequentes Erlebnisraummanagement. Die Zuwächse in Gmund und Fischbachau sind daher ausdrücklich zu begrüßen, da sie zur besseren Verteilung der Nachfrage beitragen. Mobilität und Wohnraum bleiben zentrale Herausforderungen, um die Region dauerhaft lebenswert zu erhalten“, so Gmeiner.
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83714 Miesbach
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