Ausbildung & Bildung.
Ausbildungskompass: Erster Kongress zur Berufsorientierung begeistert
26.11.2024
- Neue Impulse, um Jugendliche für Ausbildungsplätze zu gewinnen
- Erfolgreicher Kongress zur Berufsorientierung im Oberland am 21. November
Der erste Kongress des Ausbildungskompass im Kurhaus von Bad Tölz bot eine inspirierende Plattform für innovative Ideen und praxisnahe Strategien, um junge Talente für Praktika und Ausbildungsplätze zu begeistern. Getragen von den Wirtschaftsförderungen der Landkreise Miesbach mit der REO, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, und Weilheim-Schongau, vereinte die Veranstaltung Bildung und Wirtschaft zu einem produktiven Austausch.
240 Teilnehmer aus Schulen und Unternehmen füllten den Saal des Kurhaus Bad Tölz, um zukunftsweisende Lösungen für die Nachwuchsgewinnung und -bindung zu diskutieren. Neben den Einblicken in die Generation Z von Jugendforscher Simon Schnetzer und der Vorstellung der groß angelegten Studie des Ausbildungskompass konnten die Kongressteilnehmer auch abstimmen, welche Themen 2025 gemeinsam mit Unternehmen und Lehrkräften weiterentwickelt werden sollen, um das Image der Ausbildung nachhaltig zu stärken.
„Wir arbeiten regionsübergreifend – sehr viele Unternehmen und Lehrkräfte überlegen gemeinsam, was sich ändern muss, damit das Image der Ausbildung besser wird. Das Jahr 2025 verspricht spannend zu werden – wir haben sehr konkrete Arbeitsaufträge abzuarbeiten“, so Johann Holzinger, Regionalmanager der REO.
Der renommierte Jugendforscher Simon Schnetzer sorgte mit faszinierenden Einblicken in die Lebenswelt der Generation Z für große Resonanz. „Das Wertesystem der Generation Z ähnelt dem der älteren Generationen. Gleichzeitig rückt das Gehalt aufgrund der aktuellen Unsicherheiten wieder stärker in den Fokus“, erklärte er. Zudem stellte er die Herausforderungen der „always on“-Generation heraus, die durch Social Media und rasante Informationsflüsse geprägt ist. Somit rückt der persönliche Kontakt zwischen Schüler, Eltern und Unternehmen in den Vordergrund.
Gute Praktika als Schlüssel zur Berufsorientierung
Eine groß angelegte Studie des Ausbildungskompass zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Praktika für die Berufswahl sind: 60 Prozent der Jugendlichen lassen sich durch ihre Praktikumserfahrungen beeinflussen, doch die Hälfte der Schüler absolviert nur ein Praktikum. Diese knappe Gelegenheit macht es umso wichtiger, dass Unternehmen ihre Praktika hochwertig gestalten und auch die Eltern mit ins Boot geholt werden. Für Unternehmen bedeutet das: Praktika bieten die Chance auch das Umfeld des Schülers zu überzeugen. Eine einfache Maßnahme könnte sein, während des Praktikums die Eltern für 15 Minuten einzuladen, um das Unternehmen vorzustellen. „Ein schlechtes Praktikum hat Folgen“, so Monika Uhl vom Ausbildungskompass, „denn es wird nicht nur mit der Familie besprochen, sondern auch in der Schule reflektiert. Ein gutes Praktikum hingegen sorgt für positive Mundpropaganda.“
Digitale Lösungen für eine digitale Generation
Der Ausbildungskompass setzt bereits erfolgreich auf digitale Lösungen. Mit dem AusbildungsCoPilot bietet die Plattform ein umfassendes Tool, das Jugendliche bei der Berufsorientierung unterstützt. Von Stärken- und Persönlichkeitstests bis hin zu einem Lebenslauf- und Bewerbungsmanager werden Schüler auf ihrem Weg begleitet. „Das ist unsere digitale Antwort auf die Bedürfnisse der jungen Generation“, erklärte Uhl stolz. Ein ähnliches Tool für Lehrkräfte ist bereits in der Entwicklung und soll Schulen dabei helfen, den Berufsorientierungsunterricht zu modernisieren.
Erfolgsmodelle für die Ausbildung
Den Abschluss des Kongresses bildete eine lebendige Podiumsdiskussion mit Eric Niederstraßer (Realschullehrer aus Penzberg), Anita Grundbacher (Mittelschule Fischbachau) sowie Stefan Bleicher (Roche Diagnostics) und Christine Stanek (OPED GmbH). Bleicher hob hervor, wie wichtig die Einbindung von Eltern ist, beispielsweise durch gezielte Angebote am Tag der offenen Tür. Stanek berichtete von einem innovativen Ansatz bei OPED: Dort übernehmen Auszubildende die Betreuung von Praktikanten und schaffen so eine authentische Verbindung auf Augenhöhe. Auch die Schulen präsentierten beeindruckende Projekte. Die Penzberger Realschule, die durch Unternehmenspatenschaften und ihr Engagement im MINT-Bereich überzeugt, wurde jüngst mit dem MINT-Berufsorientierungspreis ausgezeichnet. In Fischbachau gehen Lehrkräfte selbst in die Betriebe, um wertvolle Praxiserfahrungen zu sammeln und diese an ihre Schüler weiterzugeben.
Der Kongress des Ausbildungskompass war ein voller Erfolg und verdeutlichte, wie durch Offenheit, Kreativität und Mut zur Veränderung Jugendliche für die Berufswelt begeistert werden können. Ein starker Startschuss für eine neue Ära der Berufsorientierung!
Die Studie kann unter www.ausbildungskompass.de bestellt werden.
Kontakt
Johann Holzinger
Regionalmanager Bildung
+49 (0) 8025 – 99372-24
johann.holzinger@regionalentwicklung-oberland.de
Pressekontakt
Ilona Kaffl
Kommunikation | Medien und Öffentlichkeitsarbeit
+49 (0) 8025 99372-61
ilona.kaffl@regionalentwicklung-oberland.de
Anschrift
Regionalentwicklung Oberland KU
Rathausplatz 2
83714 Miesbach
www.regionalentwicklung-oberland.de
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